Die Nacht war wieder kurz. Es war sehr heiss, Diana hatte plötzlich wieder starke Halsschmerzen und viel Auswurf. Wir nehmen alles zurück was wir vorher über die Matratze glauben wollten – sie ist eine absolute Katastrophe. Jede kleinste Bewegung führt zu Vibrationen der kompletten Matratze, ein richtiges Kack-(Ein-)Schlaf-Erlebnis.
Nach dem Aufstehen kalt geduscht, Frühstück gegessen und an der Rezeption nach einem Downgrade für ein anderes Zimmer mit zwei Einzelbetten gefragt. Leider alles komplett ausgebucht. Da müssen wir jetzt noch drei Nächte durch. Die Anlage, der Garten, die Mitarbeitenden, das Meer und der Strand entschädigt alles und wir sind ja nur zum Schlafen im Bungalow. Dann pennen wir halt durch den Tag am Strand. Die Strandliegen sind 100x bequemer. (Wir haben schon überlegt, ob wir einfach vorne am Strand schlafen sollten – dort fressen uns aber die Mücken).
Wir haben uns mit Sonnencreme eingeschmiert, bereit gemacht, den Roller gesattelt und sind Richtung Norden losgefahren. Wir wollten heute zu einem Wasserfall. Fahrtzeit gemäss Google Routenplaner so 20 Minuten. Nach etwa 50 Minuten sind wir angekommen.
Wir Helden sind aus unbekannten Gründen bei der Abzweigung (50m vor dem Parkplatz des Wasserfall-Gebiets) nicht geradeaus, sondern links den Hügel hochgefahren. Es folgte sogleich ein Schild mit Thai-Schrift – wir dachten, da ginge es zum Wasserfall hoch. (Übersetzt hiess es: PRIVATGRUNDSTÜCK! – haben wir aber erst beim herunterfahren schnell übersetzt 😆). Wir fuhren da einfach mal irgendjemandem ins Grundstück rein. So 10-15min den Hügel hinauf. Die Strassen waren nicht wirklich mehr Strassen.
Unser Gedankengang: „Das kann nicht sein, da sind keine Schilder mehr und die Strassen wären sicher besser. Aber schau, da sind Reifenspuren.“ Also sind wir einfach weiter den Hügel hoch, mitten in den Regenwald gefahren. Es war sehr schön, Diana lief dann aber voraus, da wir nicht mehr zu zweit auf dem Roller fahren konnten. War teilweise richtig Off-Road-Fahren. Phu, der Stress mit dem Roller. Kein Kratzer machen bei all den Steinen – und dann erst die Räder. Schöne „Slick-Reifen“ für die Schnellstrasse, aber nicht gedacht für irgendwelche Schotterpisten, haha. Als unser Gefühl immer stärker wurde, dass wir hier lieber niemandem begegnen möchten, sind wir schliesslich umgekehrt.
Unten wieder bei der Abzweigung angekommen schauten wir uns nochmal die Schilder an und verstanden beide nicht, warum zur Hölle wir beide das Schild mit „Wasserfall“ übersehen haben und da links hoch sind, hahaha.
Der Wasserfall war schön, das Wasser erfrischend. Nicht so kalt wie gedacht, aber trotzdem erfrischend, so dass wir immerhin für ganze fünf Minuten nach dem Baden nicht heiss hatten.
Nach dem Baden traten wir schon etwas erschöpft die Rückfahrt an. Wir fuhren zu einem „Mother Marché“ Laden, wo wir Sonnencreme nachkaufen wollten. In diesen Läden gibt es sehr viele, uns in Europa bekannten Produkte (wussten wir vorher nicht, Diana meinte der Laden würde sie noch interessieren, deshalb sind wir mal dorthin). Da gab es sogar Kambly Güezi! Sonnencreme fanden wir aber keine passende. Nebem dem Marché gab es eine Pharmacy, also gingen wir dort mal schauen.
Da ereignete sich eine weitere spannende Episode. Der Besitzer konnte recht gut Englisch. Wir plauderten etwas und er fragte uns, ob sich unser/Michus Teint denn auch verändern würde. Und „it’s your first day in Thailand today right?“ „No, it’s our 16 day here“. „Ah, lucky man.“ Blasse Haut gilt in Thailand als Schönheitsideal 😆 Michu meidet die Sonne nicht, er wird aber echt kein bisschen braun. Er bekommt mehr Sommersprossen, aber braun – nada. Diana hat schon schön Farbe angenommen 😋.
Anschliessend stöberten wir noch etwas in einem Kleidergeschäft, kauften uns einen 5l Waterproof-Sack für Morgen und fuhren zum Tsunami-Memorial in Khao Lak, welches gleich in der Nähe war.
Auf dem Memorial Gelände befindet sich ein angespültes Polizeiboot und einige kleinere „Museen“ mit Bildern und Hintergrundinformationen zum damaligen Erdbeben/Tsunami. Wir empfehlen das Memorial und die Museen dort definitiv NICHT als Familien-Trip. Die Kids sollen sich das mit 18+ Jahren selbst ansehen. Es wird nichts ausgeblendet, zensiert oder in Kontext gesetzt. Es wird via Fotografie pietätlos gezeigt wie es nach der Welle in Khao Lak aussah. Mit allem was es zu sehen gibt. Das war auch für uns beide krass. Schon Beispiele zu schreiben, was auf den Bildern zu sehen war finden wir zu krass. Lassen wir das.
Nach dem Kurzbesuch tankten wir den Roller, besorgten uns an einem ATM Bargeld und fuhren zurück zum Hotel. Dort gaben wir den Roller ab und starteten unser Faulenzprogramm. Wir waren beide hungrig und etwas erschöpft. Nach einem guten Essen, viel Trinken, viel baden und chillen war alles wieder im Lot.
Am Abend assen wir vorne im hauseigenen Restaurant und liessen den Tag im heissen Zimmer ausklingen.